Zoo? Nee! Diese Spezies findest du in jeder Bibo

Raschel, Schnauf, Trappel. Das klingt nach einem fröhlichen Tag im Tierpark… oder einem normalen Tag unter Studis in einer Bibliothek. Wir stellen euch verschiedene Bib-Lebewesen vor, denen du sicher schon einmal begegnet bist.

Komm wir gehen auf Safari! Dazu brauchst du kein Insektenspray und Fernglas – es reicht dein Studentenausweis. Und keine Angst! Die zu entdeckenden Spezies sind wie du und ich... in den meisten Verhaltensweisen jedenfalls. In den folgenden Kurzgeschichten stellen wir exemplarische Fallbeispiele mit entsprechenden Vertreter_innen in Bibliotheken vor.

Igel: Es wird Herbst

...und Igel muckeln sich für lange Zeit in Laubhaufen ein. Genauso macht es die Spezies “Igel” in der Bibliothek. Egal an welchem Wochentag, egal zu welcher Uhrzeit, Igel sitzen immer am gleichen Platz – weibliche Exemplare gern mit riesigem Schal bewaffnet und ineinander geschlungenen Beinen. Igel gehören zum Inventar und jeden Tag ist man versucht sie zu grüßen wie alte Freunde, obwohl man nie ein Wort mit ihnen gewechselt hat. Aber kleiner Tipp von uns: Sprich Igel doch mal an. Sie werden dankbar ihre Näschen recken und dir vielleicht sogar ein Plätzchen am Laubhaufen-Tisch anbieten.

Gans: Gossipliothek

Für Gänse dient die Bibliothek als behaglicher Unterschlupf zum Plappern. Wieso sich dieses schnattrige Federvieh in der Bib trifft: Ganz einfach um Gänsemama und Ganterpapa am Abend stolz erzählen zu können, dass man sehr geschafft sei, da man acht Stunden in der Bibliothek war. Eine Gänse-Live-Cam würde den Gänseeltern jedoch einen Schauer über das Federkleid jagen: 4 Stunden Gossip-Austausch vis a´ vis im Flüsterton und 4 Stunden Gossipopfer bei Facebook stalken und die Suche kommentieren – netterweise auch im Flüsterton. An alle Gänse da draußen: Danke für dieses Minimum an Respekt!

Nashorn: Der langsame Tod eines sehr großen Tieres

Es gibt Atmen und Atmen. Das erste Atmen ist ein geräuschloses am-Leben-bleiben durch Luftaustausch (Soll-Zustand) und das zweite Atmen lässt beim Zuhören die Halsadern anschwellen und das Blut in Wutwallungen geraten. Es ist in seiner Lautheit fast schon pietätlos und erinnert an alte Nashorn-Greis_innen, die ihre letzten Atemzüge vor dem Ableben gierig inhalieren. Genau so atmet die Spezies der Bibliotheks-Nashörner. Nur wartet man bei diesen vergeblich auf das Ableben. Das einzige was hilft: Wegsetzen oder Oropax.

Wiesel: Go wild

Sie versuchen durch die Gänge zu schleichen, aber das dadurch entstehende Getrappel raubt einem Atem und Verstand. Wiesel sind meist frisch immatrikulierte Modelle, welche die vom Prof ausgehändigte Bücherliste zu ernst nehmen und selbst nach der Quartär-Literatur trappeln. 504 Bücher in der Bibliothek zu finden braucht Zeit, viel Zeit, und wird für Bibliotheksbesucher_innen zu einer Folter. Denn die Zeit wird greif- und hörbar durch... Trappel, Trappel, Trappel. Das einzig Tröstende: Irgendwann kann selbst das stärkste Wiesel kein weiteres Buch mehr “ertragen” und setzt sich endlich. Aufatmen ist dabei noch nicht angesagt, da sich ein niedliches Wiesel in neuer Position schnell als...

Gozilla: aka Gorilla

...entpuppen kann. Alles, wirklich alles übt diese Spezie laut aus. Seiten Umblättern, Tasten drücken, Trinken, seine Sitzposition wechseln, Gähnen. Sogar ihre Augen scheinen beim Lesen Geräusche zu machen. Gorillas markieren ihr Revier meist äußerst effektiv, da sich niemand nur in ihre Nähe wagt aus Angst vor einer Misophonie. Viel Platz in der Bibliothek geht an: Gozilla.

Loch Ness: Nie ward es gesehen

In jeder Bib gibt es diesen Platz. Den ominösen Platz, der immer besetzt ist mit Büchern, Stiften und über dem Stuhl hängender Jacke. Nur von Anwesenden fehlt jede Spur. Leben wurde an dieser Stelle nur selten gesichtet. Bibliotheksbesucher_innen, die sagen ES gesehen zu haben, werden für verrückt erklärt. Halte die Augen auf, setz dich schnell daneben, denn das gute an Seeungeheuern… sie machen keine Geräusche, da sie nicht da sind.

Erdmännchen: Bibliothekspolizei

Würde die Kripo in der Bibo nach Bücherdieb_innen fahnden, dann wären Erdmännchen die besten Zeuge_innen. Schon vom Hauch einer umgeblätterten Seite werden die Erdmännchen aus ihrer Konzentration gerissen und ihre Köpfe schnellen in die Höhe. Sobald ein neues Leben den Raum betritt, wird dieses beäugt und jede Bewegung im Umkreis von 100 Metern wird überwacht. Liebe Erdmännchen, lasst euch gesagt sein: ihr müsst in der Bibliothek nicht Ausschau halten. Schakale, Falken und Schlangen gibt es in keiner Bib.

Apropos Ausschau halten! Falls du noch eine Spezies kennst, die wir nicht erforscht haben – lass es uns wissen. In diesem Sinne: Halte Augen und Ohren mit uns offen – nicht nur bei der Platzwahl in der Bib.