summa cum laude, ein

... Bewertungselement wissenschaftlicher Arbeiten, welches dich um ein Festessen bringen kann.

Den ersten Kontakt mit summa cum laude hatte ich, als meine Freundin aus der Verteidigung ihrer Dissertationwissenschaftliche Arbeit zum Erlangen eines Doktortitels – kurz Doktorarbeit gestürmt kam mit den Worten "Ich habe summa cum laude bekommen". Für einen Moment dachte ich, Sie hätte sich mit einer ansteckenden Krankheit infiziert – bis ich ihren überglücklichen Gesichtsausdruck zur Kenntnis nahm und bei mir dachte: "Ok, dann kann summa cum laude ja gar nicht so gefährlich sein."

DUMME FRAGEN GIBT ES DOCH

Gerade als ich meinen Mund zur Frage: "Und das heißt?" öffnen wollte, quoll das Publikum aus dem Raum und ich hörte aus hundert Mündern summa cum laude. Verdammt…. Es gibt ja grundsätzlich keine dummen Fragen aber jetzt war mir das Nachfragen selbst vor meiner liebsten Freundin zu beschämend. Also verschanzte ich mich auf der Instituts-Toilette, um in Ruhe meine summa cum laude-Recherche zu beginnen. Das Buffet musste warten – das war meine Form der Selbstkasteiung für studentische Unwissenheit.

RESEARCH @ TOILET

Mit meinem Mobiltelefon bewaffnet setzte ich mich auf den Klodeckel, um mich...und jetzt dich zu bilden:

Das Ergebnis: summa cum laude meint die bestmögliche Benotung einer Dissertation, welche in Zahlen ausgedrückt als 0,5 beschrieben wird. Ich hielt kurz inne und verspürte Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, ein internetfähiges Handy und scheinbar hochintelligente Lieblingsmenschen in meinem Leben zu haben. Check!

Falls du nicht über Streber-Freund*innen verfügst, kein Problem. Hier noch die anderen Bewertungsebenen:

/ magna cum laude : Die Benotung für eine Leistung, der großes Lob gebührt. Kurz, sehr gut (1,0).

/ cum laude : Gut, Gut, Gut– also 2,0!

/ rite : Rite reimt sich nicht umsonst auf „Schiete“. Rite bedeutet als Dissertations-Note ausreichend und ist wie die Schulnoten-Drei – die Eins des kleinen Mannes.

/ insuffizienter : Upsi, das war wohl nichts. Insuffizienter ist die „Sechs, Setzen“ der Promovierendenschaft und ist das lateinische Wort für „ungenügend“.

So, hoffentlich erspare ich dir mit dieser Auflistung das Verpassen einer Mahlzeit aufgrund von Nichtwissen. Als Liebhaberin von Selbstbedienungs-Festtafeln fühlt sich solch eine Bildungslücke nämlich insuffizienter und nicht summa cum laude an, kann ich dir sagen.