Lehrveranstaltungen, die...

Bezeichnung für ein Sammelsurium an Kursen, alle mit ihren ganz eigenen Namen und Befindlichkeiten.

Vorlesung, Seminar, Tutorium - die Veranstaltungsbezeichnungen fliegen einem innerhalb der ersten Wochen an der Hochschule nur so um die Ohren. Was, wie, wo, wann? Ist das alles Pflicht und was gehört mit wem zusammen?
So ungefähr sah es zu Beginn des Studiums in meinem Kopf aus, als ich außer „Schulstunde“ keine andere Einheit oder Bezeichnung für eine Lehrveranstaltung kannte. Das an der Hochschule ist schon next Level, dafür hat man Abitur gemacht.

Der „Unterricht“ an der Uni gliedert sich in verschiedene Lehrveranstaltungen, die sich alle in Charakter und Aufbau unterscheiden. Die wichtigste und bekannteste ist die Vorlesung, welche von Professor_innen gehalten wird. Im besten Fall per PowerPoint, im worst case per Polylux. Hier sitzen unzählige Studierende, teilweise unterschiedlicher Fachrichtungen für 90 Minuten im gleichen Hörsaal. Je nach Motivation wird hier fleißig zugehört und mitgeschrieben - oder auch nicht. Im Normalfall werden hier eher selten Fragen gestellt, als Studi hat man eine passive Rolle als Zuhörer_in inne und geht zugegebener Maßen oft in der Masse unter.

Zu bestimmten Vorlesungen gibt es zusätzlich Tutorien, welche verpflichtend zum Gesamtpaket gehören und hauptsächlich von Studierenden höherer Fachsemester geleitet werden. Hier wird der Vorlesungsstoff in kleineren Gruppen wiederholt, aufbereitet und vertieft. In den durch Interaktion geprägten Veranstaltungen werden Fragen gestellt, Aufgaben erarbeitet und teilweise sogar Hausaufgaben aufgegeben. Hier schlecht vorbereitet oder gar nicht anwesend zus ein, fällt dementsprechend unangenehm auf und sollte vermieden werden.

Die kleine Schwester der Vorlesung ist das Seminar, welches spezifische Themen eines Fachbereichs beleuchtet und von Dozent_innen eines Instituts angeboten wird. Hier arbeiten Studierende eines Fachs in Gruppen von der Größe einer Schulklasse, wobei Vorträge der Lehrenden und Mitarbeit durch die Studis sich in etwa die Waage halten. In Seminaren werden häufig Referate vergeben, welche die Stunden mit Diskussionsstoff füllen sollen und bestanden werden müssen, um die Prüfung am Ende des Semesters schreiben zu dürfen. Als gefühltes Herzstück der Lehrveranstaltungen bieten Seminare die größte Wahlfreiheit, hier kannst du deinen Interessen entsprechend bestimmte Themen herauspicken, gemeinsam mit Dozent_in und Kommiliton_innen auseinandernehmen und dich entsprechend spezialisieren.