Blockseminare, die...

Alternative für alle, die Wochenende in der Uni machen wollen.

Blockseminare sind effizienter und bei Studis beliebter als andere Angebote zur Wissensvermittlung an Hochschulen. Wieso manche Professor_innen den normalen Unibetrieb gern komplett aufs Wochenende verlegen würden und welche Auswirkungen solch ein Seminar auf eine Beziehung haben kann – dazu nun unser kleines Blog-Seminar.

Mir begegnete das Thema “Blockseminar” das erste Mal als Feind_in. Mein Freund kam freudestrahlend aus der ersten Semesterwoche mit den Worten: “Juchhe, ich habe drei Blockveranstaltungen an drei Wochenenden und muss somit unter der Woche jeweils dreimal nicht in die Uni. ” Für mich waren das erstmal zu viele Dreien und zu wenige romantische Wochenenden. Meine erste Reaktion: “Ach ne, oh weh – Blockseminar, du nervst!”

BLOCKSEMINAR: DER KLETTVERSCHLUSS UNTER DEN LEHRFORMATEN

Ein Klärungsgespräch (mit drei Schluchzern meinerseits) brachte die Dreieinigkeit in unsere Wohnung zurück und mir eine Definition des Begriffs Blockseminar: Blockseminare sind eine im universitären Kontext angebotene Alternative zu Veranstaltungen, die wöchentlich über das komplette Semester besucht werden müssen. Die selben Inhalte werden somit gebündelt und damit als Block an aufeinanderfolgenden Tagen vermittelt.

Schön und gut, aber: Wieso gleich mehrere komplette Wochenenden lieber einem Seminar als der Freundin widmen?

Die Antwort überzeugte mich promt (vielleicht auch weil universitätsinterne Autoritäten zitiert wurden). Blockseminare tragen dazu bei, dass Wissen nachhaltiger aufgebaut und behalten werden kann, da es zusammenhängender vermittelt wird. Noch dazu wird es meist in geselligerer Form und somit praktischer erarbeitet. Außerdem hat Prof. X (von meinem Freund und mir gleichermaßen sehr bewundert) sinngemäß betont: Ihr wisst selber, dass die allwöchentlichen Veranstaltungen bei den meisten von euch rückstandsfrei bleiben. Umgekehrt bei Blockseminaren. Durch die Außergewöhnlichkeit der Lehrsituation hängt sich der Input oft von ganz allein fest. Und deshalb bin ich für Uni am Wochenende. Basta. 1:0 für meinen Freund und unseren Lieblings-Prof.

Letztlich war es auch ganz undramatisch: Mein Freund besuchte die Blockseminare. Wir nutzten einfach die freien Stunden unter der Woche zum Skaten und sind zusammen nun dadurch fast so gut wie Tony Hawk. An dieser Stelle: Danke Blockseminar! Und obendrein blieben sogar ein paar Stunden der verloren geglaubten Wochenenden für die nötige Candelightdöner-Romantik. Denn (geheimer Studi-Insider) meistens haben die Profs dann doch nicht so viel Lust ihren kompletten Sonntag im Hörsaal zu verbringen. Aus “Ende 18 Uhr” wird manchmal ein “Schönen Nachmittag euch noch”.

Cartoon von Jos F gefunden unter https://de.toonpool.com/cartoons/Blockseminar_183398

DER SCHLUSS MIT HERBERT

So, jetzt nochmal zusammengefasst: Ein Blockseminar formt dich nicht, dem armen Herbert gleich, zu einem Block sondern vermittelt dir Wissensinhalte in einer komprimierten Zeitspanne (im studentischen Kontext meistens innerhalb eines Wochenendes).

Falls du an Wochenenden statt eines Blockseminars doch lieber unter der Bettdecke einen Netflix-Tage-Block abhalten willst, dann sei unbesorgt. Herkömmliche Lehrveranstaltungen gibt es immer noch wie Sand am Meer. Aber bedenke dabei die Worte des Prof. X und pass auf, dass dir das Wissen nicht allwöchentlich wie Sand durch die Finger rinnt.