Wie dir Walt Disney bei der Studienwahl helfen kann

Studienfächer gibt es viele und das Rezept für die perfekte Wahl hat noch niemand erfunden. Die Walt-Disney-Methode kann dir helfen, deine Ideen zu ordnen und aus verschiedenen Blickwinkeln zu bewerten.

Walt Disney war ein kreativer Kopf und erfolgreicher Unternehmer, der mit seinen Geschichten Millionen Kinder zum Träumen gebracht hat. Dazu gehörte nicht nur eine Menge Vorstellungsvermögen, sondern auch der Mut, seine verrückten Ideen in die Tat umzusetzen.
Ähnlich fühlt es sich an, vor einer der gefühlt schwierigsten Entscheidungen im Leben zu stehen, der Studienwahl. Hier heißt es, sowohl den eigenen Wünschen und Vorstellungen vom perfekten Studium Raum zu lassen, als auch die etwaigen Nachteile in Betracht zu ziehen - um letztlich den Mut zu haben und ins kalte Wasser zu springen. Klar ist, die eine Zauberformel für die perfekte Studienwahl, die immer und überall funktioniert, gibt es nicht. Diese Entscheidung ist genauso individuell wie du.

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust…

Nicht nur Goethes Faust hatte mit den verschiedenen Wesenszügen seiner selbst zu kämpfen. Auch dem Kreativkopf Walt Disney wurde nachgesagt, mehrere Persönlichkeiten in sich zu vereinen, die alle dazu beitrugen seine Ideen zu realisieren: den Träumer, den Realisten und den Kritiker. Darauf basierend entwickelte der US-amerikanische Autor und Trainer Robert B. Dilts die „Walt-Disney-Methode“, welche dabei helfen soll, Ziele zu konkretisieren und alltagstaugliche Lösungen für Probleme zu finden. Nacheinander bewerten die drei Figuren, Träumer, Realist und Kritiker, eine Idee von ihrem jeweiligen Standpunkt aus und zeigen so Möglichkeiten und etwaige Schwachstellen auf. Niemand sagt, dass anschließend eine Entscheidung feststeht, doch es wird leichter vage Vorstellungen zu konkretisieren und Ideen abzuwägen.

Wenn du es träumen kannst, kannst du es auch tun!

Walter Elias „Walt“ Disney

Als erstes begibst du dich in die Position des Träumers, dessen Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Hier darfst du wild herumspinnen und frei heraus alles aufzählen, was seit Kindestagen an Ideen in deinem Kopf herumschwirrt, egal ob Eventmanagement, Literaturwissenschaft, Medizin oder Ethnologie. Lass deinen Wünschen freien Raum und frage dich: Was wäre schön? Wie sieht die ideale Situation aus? Was wäre völlig verrückt und abgedreht?

Im nächsten Schritt kommt der Realist ins Spiel– einer, der schaut, was konkret getan werden muss, um deine Idee Realität werden zu lassen. Hier wird zum Beispiel geschaut, ob du schon Qualifikationen in eine Richtung hast, ob du eine Eignungsprüfung bestehen musst oder dein Traumstudienfach mit etwas kombinieren und so einzigartig machen kannst. Als Realist willst du auf Nummer sicher gehen und fragst dich: Was wird für die Umsetzung benötigt? Wie kann realisiert werden, was der Träumer sich ausgedacht hat? Welche Grundlagen sind schon vorhanden?

Zuletzt nimmst du die Position des Kritikers ein, der deine Ideen genau überprüft. Er soll dich auf eventuelle Risiken hinweisen und dich davor bewahren, etwas Wichtiges zu übersehen. Es kann sein, du bist anschließend zu spezialisiert und findest schwer einen Job, der NC ist einfach zu hoch oder dein Traumstudiengang muss erst noch erfunden werden. Der Kritiker holt dich auf den Boden der Tatsachen und fragt: Was halte ich für möglich? Was kann gar nicht funktionieren? Was wurde übersehen? Was sind die Risiken?

Dieses Gedankenspiel kannst du allein, oder mit anderen beliebig oft durchgehen und eine Idee so immer mehr konkretisieren. Fällt es dir schwer, die unterschiedlichen Standpunkte einzunehmen, lohnt es sich andere mit einzubeziehen und eine Idee in der Gruppe zu beleuchten. Wichtig dabei ist, ganz in der gerade angenommenen Rolle aufzugehen und nur aus deren Standpunkt heraus zu argumentieren.

Entspann dich!

Hast du deine Studienwünsche von allen Seiten beleuchtet und immer noch keine endgültige Entscheidung gefällt? Alles halb so wild! Denn die perfekte Wahl zu treffen, ist ohnehin unmöglich.
Egal wie gut du dich informierst, es wird nie perfekt sein, weil uns immer Informationen fehlen, die für den Ausgang einer Sache wichtig sein könnten.
Denn woher sollst du jetzt schon wissen, was dein Ich in zehn Jahren für Ziele hat, wohin es dich vielleicht verschlägt? Du kannst dich jetzt über Studiengänge und Jobaussichten informieren und dich bestens vorbereiten, das was du später vielleicht möchtest, steht jedoch noch in den Sternen.

Entscheidungen sind immer eine Momentaufnahme, gefällt aufgrund der Informationen die du jetzt hast. Zudem begibst du dich mit der Studienwahl nicht auf einen vorgezeichneten Weg. Von dort wo du stehst, mit dem Wissen und den Erfahrungen, die du bisher gesammelt hast, bestimmst du, wie es weitergehen soll. Dass du zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls anders entscheiden würdest, ist daher ganz normal und kein Weltuntergang.