Liebes Tagebuch, lass uns zusammen...

...lernen. Es ist sexier als es klingt und könnte dein neuer Lern-Buddie werden: (D)ein Lerntagebuch.

EIGENTLICH EIN ALTER SCHUH

Lerntagebücher sind im schulischen Kontext schon lange kein Geheimtipp mehr, um Schülerscharen das Lernen zu erleichtern. Doch nicht nur für People, welche die Schulbank drücken, ist diese Idee interessant – auch Hochschul-Bank-Drücker*innen können davon profitieren. Dies beweist beispielsweise die Uni Kiel, wo Lerntagebücher bereits fest in den studentischen Alltag integriert sind.

LERNTAGEBUCH, HÄH?! KANN MAN DAS ESSEN?!

Nein, essen sollte man es nicht (insofern du keine Affinität für den Geschmack von Druckerzeugnissen hast). Besser du nutzt es als effektives Werkzeug parallel zum Lernen, indem du deine Lernabläufe, Inhalte und dein Lernverhalten protokollierst, reflektierst und somit förderst. Wichtig ist dabei, dass du dein Tagebüchlein regelmäßig und über einen längeren Zeitraum in deinem eigenen Stil fütterst.

MACH DOCH, WAS DU WILLST

Noch keinen blassen Schimmer wie das gehen soll? Perfekt, denn bei diesem pädagogischen Hilfsmittel ist Kreativität gefragt. Ob in Tabellenform, bestehend aus gegliederten Texten, Grafiken, Zeichnungen, Stichpunkten oder persönlicher Geheimsprache – deiner Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Alles ist richtig, was sich für dich ganz persönlich gut anfühlt und dir hilft.

FÜR DIE UNKREATIVEREN

Zur Inspiration hier noch ein paar Fragen, die dir das Strukturieren erleichtern können:
/ Was ist neu und wichtig für mich?
/ Welche Lernstrategien eignen sich für den jeweiligen Fall?
/ Was ist mir noch unklar?
/ Wie zufrieden bin ich mit der von mir geschaffenen Lernsituation und was kann ich optimieren?
/ Und, und,und….

Ganz schlau wäre es noch dazu, auch Eckdaten wie Datum, Zeit sowie Thema zu notieren. So richtig Tagebuch-like halt ;)

Für diejenigen unter euch, die es noch genauer haben wollen, folgender konkreter Vorschlag:

...UND DAS SOLL WAS BRINGEN?

Yes, und das können wir sogar beweisen. Dazu ein kleiner Exkurs in die psychologische Sicht auf das “Lernen”:

Es wird davon ausgegangen, dass der Prozess des Lernens aus drei Schritten besteht:

/ Organisation: Bei diesem Schritt wird das Wissen organisiert, durchdacht und ausgearbeitet. Dabei werden Erarbeitungsstrategien verwendet.
/ Monitoring: Nun werden diese Erarbeitungsstrategien überprüft und der eigentliche Lernprozess reflektiert. Es kann entweder positivesAlles wurde verstanden. oder negativesUps, noch nicht alles so ganz gecheckt. Monitoring überwiegen.
/ Remediale Strategien: Im dritten Schritt werden alternative Strategien überlegt und angewandt, um sich dem noch nicht durchgeistigtem Wissen zu nähern.

Beim Verwenden von Lerntagebüchern werden alle drei Ebenen intensiver und systematischer durchwandert als bei anderen Lernformen. Es kommt zu einem gezielten Bewusstmachen. Diese Bewusstheit macht den Prozess wirksamer und das Lernergebnis intensiver. Baaaaam, jetzt haben wir dich, oder?!

ZU GUTER LETZT: EIN (TRAURIGER) FUNFACT

Einer englischen Studie zufolge, sind Tagebücher schlecht für die Gesundheit. Tagebuchschreiber*innen leiden eher unter Kopfschmerzen, Schlafstörung und Verdauungsproblemen als Menschen, die kein Tagebuch führen. Es wird geschlussfolgert, dass Schreiberlinge zu oft Grübeln, um Erlebtes zu Papier zu bringen und dadurch ungesünder leben, da sie ständig in ihrer Vergangenheit weilen.

Diese Studie bezieht sich natürlich NUR auf “echte” Tagebücher. Lerntagebücher hingegen machen nach meiner persönlichen, bahnbrechenden Einfrau-Studie aus dem Jahr 2018 zufriedener, glücklicher und schlauer – wirklich :)
Probiere es am besten gleich selbst aus!