(M)ein Traum: Sprechwissenschaft studieren

Atemübungen erlernen, Argumentationsstrategien analysieren, Balladen mit dem Sprechausdruck eines Fußballkommentators vortragen. Das erwartet dich unter anderem im Studiengang Sprechwissenschaft.

(M)EIN TRAUM – KLAPPE DIE ERSTE

Irgendwie habe ich mich in der Schulzeit immer im Radio gesehen. Also nicht mich, sondern eher meine Stimme. Oder im Theater – da dann natürlich nicht nur meine Stimme. Als ich dann bei einem Schülerpraktikum am Staatsschauspiel in Dresden eine Studentin der Sprechwissenschaft kennenlernte, hatte das Träumen (im positiven Sinne) ein Ende.

Dieses Studium schien der Schlüssel zu meinem Glück. Denn wo sonst kann ich lernen, Redebeiträge spannend zu gestalten, meine Stimme richtig zu benutzen, Argumente überzeugend zu verpacken – kurz gesagt: meine kommunikativen Fähigkeiten verbessern?! Halle wurde deshalb zu meinem persönlichen Mekka, denn nur in der Händelstadt wird dieses Studium in dieser Form angeboten.

GANZ SCHÖN ANDERS

Der Studiengang Sprechwissenschaft (zum Leidwesen der “Sprewis”Universitäts- und institutsinterner Begriff / Nickname für Studierende der Sprechwissenschaft. leicht zu verwechseln mit Sprachwissenschaft) sollte nach einem aufregenden Eignungstest zunächst für 3 Jahre meine Bachelor-Heimat werden.

Erfreut und zugleich irritiert war ich darüber, dass mein Bild vom “Studium” in dieser Zeit verändert wurde. Statt überfüllter Hörsäle erwartete uns “Sprewis” individueller Kleingruppenunterricht. Die Lehrperson stand nicht mit Mikrofon am Polylux, sondern machte mit uns Stimm- sowie Bewegungsübungen in einem Turnraum und agierte eher als Mitstreiter und Mentor - nie als abgehobene Autoritätsperson. Ich saß nicht mit Coffee-to-go in einer Bankreihe und lauschte Theorien – ich sagte Schillers “Handschuh” auf unserer Instituts-Bühne auf, um daraufhin ein Feedback von Kommilitonen und Dozenten zu bekommen.

Puh, manchmal hätte ich vor Anspannung und Selbstzweifel auch gern den Handschuh geworfen. Arbeit an sich selbst bildet Persönlichkeit, aber kann auch ganz schön nahe gehen und aufwühlen. Freuden-, Wut- oder Erkenntnis-Ausbrüche gehören zu “Sprewis” wie das Grundgesetz zu Jura-Studis. Aber wie sagt der Volksmund so gern: Alles, was keine Emotionen auslöst, ist für unser Gehirn wertlos. Von dieser Warte aus betrachtet ist Sprechwissenschaft also DER Studiengang.

DIE FAKTEN

Suchst du Sprechwissenschaft in einem Studienführer, werden dir folgende Schwerpunkte begegnen – sozusagen die Säulen der Sprechwissenschaft:

  • Rhetorische Kommunikation
  • Sprechkünstlerische Kommunikation
  • Phonetik und Phonologie
  • Störungen der Sprech- und Hörprozesse (Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen)
  • Sprechbildung und Sprecherziehung

Das ist so spannend wie es klingt. Und das Beste daran – es ist für jeden etwas dabei. Die Sprechwissenschaft ermöglicht so aus sich heraus ein Spezialisieren, welches dann in Form der zweigleisigen Masterstudienangebote intensiviert werden kann.

(M)EIN TRAUM - KLAPPE DIE ZWEITE

Was ich nach drei Jahren "Sprewi"-Leben sagen kann – das Studium hat mich und meine Persönlichkeit verändert. Ich habe unglaublich viel (manchmal auch zu viel) über mich gelernt und ich möchte doch (noch) nicht ins Radio und nie an ein Theater (davon hatte ich dann schon während des Studiums genug).

Eine sprachtherapeutische Surfschule auf Bali aufbauen und leiten – das ist mein neuster Sprewi-Traum. In diesem Sinne: Aloha und vielleicht sieht man sich am Meer...oder im "Sprewi"-Institut.

KURZ UND KNAPP

Was? Sprechwissenschaft (B.A.)
Wo? Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Wann? Wintersemester 2018/19 (Eignungsprüfung: 19. und 20. März 2018 → Anmeldung)
Wie lange? 6 Semester Regelstudienzeit