Semesterferien, die…

Zeit um deine kühnsten Träume zu verwirklichen oder Dinge nicht länger auf morgen zu verschieben.

Endlich mal wieder die Familie besuchen, das eigene Rad reparieren, mehr Sport machen oder das nächste Praktikum organisieren- für all das vertröste ich mich gern auf die Semesterferien, wo ich vermeintlich unendlich viel Zeit für mich selbst haben werde. Wobei die Bezeichnung „Ferien“ genau genommen gar nicht richtig und ziemlich irreführend ist. Der korrekte Terminus lautet „vorlesungsfreie Zeit“ und ist viel bezeichnender für die circa acht Wochen Pause am Ende eines jeden Semesters. Denn auch wenn man als Schüler*in neidvoll auf die scheinbar ewigen Ferien der älteren Studierenden geschielt haben mag, so aalen sich doch die wenigsten von uns geschlagene zwei Monate am Strand in der Sonne.

Wie der Name schon sagt, sind die Semesterferien nämlich vorlesungsfreie, keinesfalls aber arbeitsfreie Zeit. Tatsächlich ist diese Pause von Seiten der Hochschulen in erster Linie dafür gedacht, dass sich die Studierenden vollends auf die, in dieser Zeit liegenden, Prüfungsleistungen konzentrieren können. Das heißt Vorlesungen und Seminare fallen weg, doch dafür muss gebüffelt oder an Hausarbeiten geschrieben werden. Zusätzlich lassen oftmals Jobs, Umzüge und alle im Semester immer wieder auf morgen verschobenen Dinge den großen Ferienbrocken schmelzen. Je nachdem wann und wie viele Prüfungen geschrieben werden, springen natürlich trotzdem immer wieder Ferien dabei heraus. Nicht zuletzt, weil wir Studis es meisterhaft verstehen, die eigene Work-Life-Balance so zu optimieren, dass die eigene Freizeit klar die überhand gewinnt.

Wer jetzt immer noch enttäuscht ist, darf sich im Vergleich zu den Studierenden unserer europäischen Nachbarländer glücklich schätzen. Hier geht das Semester nach einer kurzen Unterbrechung für die Prüfungen direkt wieder los, von langen Ferien wird da nur geträumt.