7 Erziehungstipps für deinen Schweinehund

Obwohl er nie bellt, kann er einem doch den letzten Nerv rauben – der innere Schweinehund. Wir zeigen dir, wie du eure Beziehung mit einfachen Tricks in die richtigen Bahnen lenkst.

HUNDELEBEN

Genau genommen habe ich keinen Hund, aber irgendwie doch - nämlich einen Schweinehund. Und der ist nicht nur ganz schön groß und anhänglich, sondern dazu noch eine echte Dramaqueen. Denn immer wenn ich mich gerade aufraffen konnte, die wirklich wichtigen Dinge zu erledigen, schmiegt er sich nahezu lasziv auf meine Füße und bettelt um Aufmerksamkeit. Wer kann da schon nein sagen?

WER IST HIER DER BOSS?

Manchmal beschleicht mich in diesen Situationen dann leise das Gefühl, dass in der Beziehung zwischen mir und meinem Schweinehund etwas falsch läuft. Denn: Sollte nicht ich den Ton angeben, Entscheidungen treffen und für ein ausgewogenes Verhältnis in unserer Zweisamkeit sorgen? Pustekuchen, bei uns ist viel zu oft mein Schweinehund Rudelführer. Doch ich will nicht mehr immerfort blindlings bei Fuß gehen, das hinterlistige Hündchen soll das gefälligst tun.

Bist auch du unfreiwilliger Hundebesitzer?! Dann kommen hier Tipps, die helfen, deinen Schweinehund in Zaum zu halten:

ERZIEHE DEINEN SCHWEINEHUND

1. Halte durch! Nur 10 Minuten...

Auch wenn dir überhaupt nicht danach ist. Zwinge dich dazu 10 Minuten lang zu arbeiten. Falls es nach den gesetzten 10 Minuten immer noch nicht besser sein sollte, dann darfst du (zunächst) wieder aufhören. Zum Glück ist es meist so, dass dich nach zehn Minuten nicht mehr der Schweinehund, sondern die Aufgabe fesselt.

2. Mache dir ein Anfangs-Geschenk!

Beginne deine Arbeit mit Dingen, die dir Spaß machen und gleite so sanft in den Workflow. Erstelle eine To-do-List, recherchiere, verschaffe dir einen Überblick. Das Auswendiglernen oder Hass-Kapitel-Schreiben kann bis zum passenden Moment warten.

3. Sag dir: “Ja, ich will”

Der Ton macht bekanntlich die Musik. Deshalb kann es hilfreich sein, ein “ich muss” zu einem “ich will” umzuformulieren. Auch ein “herausfordernd ist...” fühlt sich wesentlich besser an als ein “problematisch ist...” und motiviert noch dazu. Also, spiel mit deinen Formulierungen wie der Schweinehund vor kurzem noch mit dir gespielt hat.

4. Ernähre dich mühsam wie das Eichhörnchen

Essen und Trinken kannst du im Kampf gegen deinen Schweinehund natürlich ganz normal. Der Trick bezieht sich auf deine Ziele. Setze dir erreichbare Stationen. Schreite in kleinen Arbeitsschritten voran und visiere Zwischenziele. So siehst du schneller Erfolge und bleibst motiviert.

5. Ködere dich mit Belohnungen

Ob Lieblingsschokolade, neues T-Shirt oder entspannter Filmabend. Gut tut allein die Aussicht auf etwas, was dir Kribbeln im Bauch verursacht. Der Gedanke an etwas so Schönes lässt gleich Flügel wachsen, die dich vor dem Schweinehund davon- und durch die Arbeit hindurch schweben lassen.

6. Bau dir eine Kampfeinheit gegen den Schweinehund auf

Suche nach Mitstreitern und arbeite mit ihnen zusammen. Denn hier gilt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Auch gut daran ist, dass es schwerer fällt, sich vor der Arbeit zu drücken, wenn beispielsweise ein feste Verabredung zum Lernen, Workout, ect. ansteht. Schnapp dir ein paar Verbündete und blase mit ihnen so laut ins Horn, dass dein Schweinehund einen Tinnitus bekommt.

7. Vergleichen ist tabu

Verschließe deine Augen vor Strebern und den Leistungen anderer. Vergleichen ist das Lieblingsessen des Schweinehundes – setzte den verwöhnten Köter auf Diät. Es bringt dir rein gar nichts darüber zu grübeln, wie schnell das wohl der schlaue Oskar mit seinem pseudointellektuellen Brillengesicht erledigen oder lernen würde. Bleib allein bei dir und deinen Stärken. Denn es geht um dich.

LOS, LOS!

Das waren gleich sieben auf einen Streich. Jetzt kann wirklich nichts mehr schief gehen.

Dein Schweinehund hat wahrscheinlich schon den Schwanz eingezogen und winselt leise, weil er bereits merkt, wer ab heute der Boss ist. Jetzt kraule ihn aber nochmal liebevoll hinter dem Ohr und dann ab an den Schreibtisch!