Nachhaltigkeit im Studium

Ökostrom, Zero Waste, Chancengerechtigkeit, Fahrrad statt Auto - Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) vor allem eines, das von Julius Brinken, dem Koordinator des Nachhaltigkeitsbüros. Mit uns hat er darüber gesprochen, wie sich Studierende einbringen können, um die Gesellschaft nachhaltig weiterzuentwickeln.

Klimawandel, nachhaltig leben und bewusst konsumieren sind Themen, für die Julius Brinken brennt. Schon während seines Logistik-Studiums an der OVGU wirkte er in einer studentischen Initiative mit, die „Ökosoziale Hochschultage“ organisierte und damit das Thema Nachhaltigkeit an der Uni anstieß und das Potenzial zur Vernetzung erkannte. Seit November 2016 sitzt Julius nun als Koordinator des Nachhaltigkeitsbüros am Campus und bündelt alle Aktionen an der Uni, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.

Nachhaltigkeitsbüro - Was ist das denn?
Das Büro hat studentischen Charakter. Die Vorteile erklärt Julius: „Wir haben uns da am Green Office Konzept aus den Niederlanden orientiert. Es geht darum, dass Studis elementare Gestalter des Wandels sind. Denn Studierende gehen noch komplett offen an das Thema ran und haben nicht die Begrenzungen und Hemmungen im Kopf wie Personen, die schon länger an der Universität arbeiten.“ Diese Ansicht fand auch der Rektor der Uni, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, überzeugend und beschloss, die Finanzierung des Nachhaltigkeitsbüros zu übernehmen.

Und nicht nur im Rektorat findet das Projekt positiven Zuspruch. Mobilisiert aktiv teilzuhaben werden durch die Arbeit des Nachhaltigkeitsbüros nahezu alle Hochschulangehörigen. So diskutieren derzeit Mitarbeitende und Studierende gemeinsam, im Rahmen einer Strategiekonferenz, welche Maßnahmen zukünftig konkret umgesetzt werden sollen. Das reicht von der Motivation, mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Uni zu fahren, über die Verbesserung des Campus als Lebensraum, bis zu der Frage, welche Fähigkeiten und Kompetenzen in der Lehre vermittelt werden sollen, um Studierende auf zukünftige Nachhaltigkeitsfragen vorzubereiten.

Sensibilisiert werden Studierende an der Universität schon in der Einführungswoche: „Wenn die Studis zum ersten Mal von zu Hause weg sind, dann sind sie offen für solche Themen. Also bieten wir u.a. vegane Kochkurse oder konsumkritische Stadtrundgänge an.“ meint Julius.

Das Nachhaltigkeitsbüro will aber nicht nur Werte an die Studierenden vermitteln, sondern jungen Menschen an der Uni selbst die Möglichkeit bieten, sich zu engagieren. Im Nachhaltigkeitsbüro kann sich jeder der Studierenden mit eigenen Themen einbringen und diese umsetzen. Zudem gibt es die Möglichkeit, dort Abschlussarbeiten zu schreiben. „Viele Studis wollen etwas Nützliches machen – auch in ihrer Abschlussarbeit. Schließlich befasst man sich ja auch über mehrere Monate damit. Wir sind sehr froh über den Input, denn solche Arbeiten zeigen Innovationspotenzial auf. Eine aktuelle Bachelorarbeit befasst sich beispielsweise mit der Frage, wie Mobilität an der Universität nachhaltig gestaltet werden kann.“

Engagier dich: für die Welt und für dich

Während seiner Zeit in der Initiative als auch jetzt im Nachhaltigkeitsbüro hat sich Julius persönlich weiterentwickelt. Die praktischen Erfahrungen, auch mal mit und gegen Professor*innen zu argumentieren und für die eigenen Themen und Interessen zu kämpfen, haben ihm enorm viel gebracht. „Das ist auch etwas, was ich mir zukünftig wünschen würde: Dass sich Studis weiterhin stark für das einbringen, was ihnen am Herzen liegt. Das bringt auch persönlich viel mehr.“

Das Nachhaltigkeitsbüro der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist nur ein Beispiel dafür, wie sich Hochschulen mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Auch an den anderen Hochschulen in Sachsen-Anhalt finden sich tolle Projekte, die sich für ein nachhaltiges Leben engagieren. So z.B. an der Hochschule Harz oder der Uni Halle .

Willst du wissen, wie du deine eigenen Interessen während des Studiums umsetzen kannst? Willst du das tun, wofür du brennst und was dir wichtig ist? Die Hochschulen in Sachsen-Anhalt geben dir Freiräume, genau das zu tun. Wie das konkret aussieht, zeigen wir in der Serie #wasdichwirklichweiterbringt.

Alle Fotos © Marie Fröhlich