Warum über den Tellerrand blicken so wertvoll ist

"Habari Gana Uganda?" - Was gibt´s Neues in Uganda?! fragte sich Ramona, Studentin der Kultur-und Medienpädagogik an der Hochschule Merseburg und startete kurzerhand einen Freiwilligendienst.

Lust auf eine Auszeit vom Studium, Interesse an entwicklungspolitischer Arbeit, eine neue Kultur kennenlernen, Zeit für Film, Fotografie und Sonne ein ganzes Jahr am Stück - all das verleitete die 25-jährige Nordhessin dazu, ein entwicklungspolitisches Projekt bei einer lokalen Partnerorganisation der Welthungerhilfe (WHH) kennenzulernen.

FARMER-RADIO IN UGANDA

In Fort Portal, einer Stadt im Westen Ugandas, arbeitete Mona in einer Radiostation für Kleinbauern. KRC 102 FM sendet in fünf lokalen Sprachen überwiegend zu landwirtschaftlichen und umweltpolitischen Themen. Ihre Aufgabe in diesem Projekt: redaktionelle und filmische Tätigkeiten zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit. Nahezu ein Heimspiel für die angehende Kultur- und Medienpädagogin, denn genau diese Bereiche durfte sie schon in ihrem Studium in Merseburg kennenlernen.

LET´S TALK ABOUT MENSTRUATION

Doch noch ein weiteres Projekt lag der Teilzeit-Uganderin am Herzen: Aufklärungsarbeit im Bereich Frauenhygiene. Die Periode ist eine kostspielige Angelegenheit - Tampons und Binden sind ein Luxusgut. Deshalb begleitete Mona Mitarbeiter*innen der ansässigen WHH zu einem Aufklärungsprojekt über Menstruationstassen. Obwohl die Frauen zunächst etwas skeptisch waren, stieß der Vortrag über das Trend-Hygiene-Produkt auf großes Interesse und wurde sogar von den männlichen Dorfbewohnern besucht, die auch fleißig Fragen dazu stellten.

NACH REGEN KOMMT SONNE

Uganda hat Mona verändert und ihr mehr gegeben als bewegende Hochs und Tiefs. Entspannter und geduldiger ist sie geworden, sagt sie. Ihre ganze Einstellung zu Gelassenheit hat sich von grundauf geändert. Und so ist sie als wesentlich besonnenere und ruhigere Mona wieder in Deutschland gelandet.

Doch es gab auch andere Momente. Die, die nicht durchweg gefüllt mit liebenswerten Giraffen, leckeren Avocados, unvergesslichen Raftingaktionen im Nil und Erdnusssoße waren. Auch Sonnenbrände, unangenehme Matratzen und sogar Malaria begleiteten die Studentin.

Was Mona bleibt, sind neben den wertvollen Erinnerungen, mit der ihr Mut belohnt wurde, Erfahrung und Persönlichkeitsentwicklung, von der sie auch zukünftig profitieren wird.

Ich habe in diesem Jahr gleichzeitig so viel Energie aufgebraucht und neugetankt, wie gefühlt noch nie in meinen 25 Lebensjahren.

ICH BIN NICHT GLÜCKLICH DARÜBER ZU GEHEN, ABER FÜHLE MICH BEREIT

Mit einem lachenden und weinenden Auge beschreibt Mona in ihrem Blogeintrag “Ende in Sicht” das Abschiednehmen von ihrem Abenteuer. Seit Ende August ist sie nun wieder in Deutschland. Vor ihrem Rückflug hat sie aber noch einmal ordentlich zu ugandischen Beats getanzt, ihren Bauch mit Mangos gefüllt und auf ihrer Veranda mit Blick auf das Ruwenzori-Gebirge des Jahr Revue passieren lassen.

Wenn du genaueres über Monas Zeit in Uganda lesen möchtest und einen Hauch von Afrika spüren willst , dann können wir dir nur wärmstens ihren Blog ans Herz legen.