Students make solutions: Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.

Erich Kästners Epigramm könnte auch der Slogan der Hochschule Anhalt sein. Denn dort stemmen Profs, Mitarbeiter und Studierende mittlerweile das sechste entwicklungsfördernde Auslandsbauprojekt in den letzten 10 Jahren: Eine Krankenstation für Haiti.

Im Januar geht das jüngste Vorhaben der Hochschule Anhalt, das Haiti-Projekt, in die heiße und aufregendste Phase. Denn dann heißt es für 15 Studierende des Fachbereichs Architektur und Design Koffer packen, Mut und Durchhaltevermögen nicht vergessen und für drei Monate auf nach Haiti. Genauer genommen nach Jacmel, der ca. 40.000 Seelen großen Stadt an der Südküste des Karibikstaates.

UNITY - GEMEINSAM ETWAS GROSSES SCHAFFEN

Auch wenn Projektkoordinator Michael BielerMichael Bieler ist Architekt und Mitarbeiter an der Hochschule Anhalt im Fachbereich Architektur und Design. bereits im Dezember nach Jacmel aufbricht, um alles weitestgehend vorzubereiten, ist die Aufregung im Team groß. Doch das wilde Kribbeln in der Magengegend kommt nicht allein vom Gedanken an den 15 Stunden Flug bis zur Hauptstadt Port-au-Prince. Vielmehr noch beflügelt alle das Gefühl, nun endlich gemeinsam zum Ende zu bringen, für was sie in den letzten Monaten so hart gearbeitet haben: Den Bau der Krankenstation in unmittelbarer Nähe zur Schule und Wohnstätte für Straßen- und Waisenkinder ihres Projektpartners in Haiti, dem Haiti-Nothilfe Verein.

Entwurfseminar
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Vorortrecherche
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Bis Ende März werden die Studis vor Ort sein und dann wird sich zeigen, ob Vorortanalyse, Bauplanung, Sponsorensuche, Finanzakquise, Workshops in Handwerk und interkultureller Kommunikation u.v.m. eine Übersetzung in ein erfolgreiches Finale zulassen.

Ziel ist es, der dringlichen Notwendigkeit nach medizinischer Versorgung entgegenzuwirken und damit eine Grundversorgung der Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Insgesamt wird die Station dafür zwei Behandlungsräume, einen Apothekenbereich, ein Lager und Archiv, ein Labor und einen Sanitärbereich enthalten. Die Krankenstation wird, im Anschluss an die Fertigstellung, einem ortsansässigen Arzt, sowie einer Krankenschwester für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt.

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EINE KRANKENSTATION FÜR HAITI - WARUM EIGENTLICH?

Doch warum braucht Haiti eigentlich diese Unterstützung? Was treibt die Initiatoren und Studierenden in ihrem Vorhaben an? Wir schreiben das Jahr 2010, als ein Erdbeben den kleinen Inselstaat Haiti erschüttert. Innerhalb kürzester Zeit kostet das schwere Beben mehr als 200.000 Menschen das Leben und beraubt rund 1,5 Millionen Haitianer ihres Zuhauses. Mit Hurrikan Matthew im Jahr 2016 ereilte Haiti dann der nächste Schicksalsschalg, sodass das Land, auch sieben Jahre nach dem großen Unglück, weiterhin als das ärmste Land der westlichen HalbkugelAlle Informationen über Haiti hält das Länderinformationsportal bereit. gilt.

Ein Großteil der Haitianer lebt von weniger als zwei, viele sogar von weniger als 1 US Dollar am Tag. Wie schwer ein solches Leben ist, wissen wir spätestens seit der 2013er Doku “Livin on One Dollar”Kennst du nicht? Dann erhalte hier einen kleinen Vorgeschmack., in der vier junge Amerikaner für zwei Monate nach Guatemala aufbrechen, um dort von 1 US Dollar am Tag zu leben.

Wie das Leben auf Haiti zehn Jahre nach dem Erdbeben aussieht, veranschaulicht das folgende Video der HUFF POST:

KARMAPUNKTE UND PRAXISNAHE AUSBILDUNG

Ein Engagement in einem derartigen Projekt zahlt nicht nur ordentlich auf das Karmakonto ein, sondern kann zudem ein wahrer Turbo für die persönliche Entwicklung sein. Denn neben Mut und Offenheit, die die Entscheidung der Studierenden, sich an diesem Projekt zu beteiligen bereits voraussetzt, lernen sie im Laufe von fast zwei Jahren auch unglaublich viel Eigenverantwortung zu übernehmen, Lösungsansätze zu diskutieren und verwirklichen, Rückschläge auszuhalten und gemeinsam für ihre Sache zu kämpfen und einzustehen.

So schätzt es auch Prof. Dr. Claus Dießenbacher, der als Vizepräsident für Forschung und Auslandsbeziehungen seit 2006 derartige Projekte der Dessauer Studierenden begleitet und fördert, ein: Die Realisierung eines solchen Projektes helfe neben einer unvergleichlich praxisnahen Ausbildung dabei, Persönlichkeit und Teambildung zu entwickeln, sowie Verantwortung zu übernehmen.

Wir ziehen den Hut vor den Studierenden und Mitarbeitern der Hochschule Anhalt und sagen: Studiere auch du, was dich wirklich weiterbringt!

Du willst mehr über das Projekt erfahren und wissen, wie die Umsetzung weitergeht? Dann schau dich auf der Projektseite um oder folge dem Projekt auf Facebook.