Ersti-Hilfe-Kit: Was du als Ersti auf jeden Fall wissen solltest.

Es ist soweit: Semesterstart! Vor dir liegt eine aufregende, aber auch anstrengende Zeit voller neuer Erfahrungen. Um deinem Zukunfts-Ich ein paar peinliche Erinnerungen zu ersparen, kommt hier unser Ersti-Hilfe-Kit.

#1 NEWBIE-MARATHON
Vorkurse, Einführungs- und Orientierungstage, feierliche Immatrikulationen, Stadtralley, Mentorenprogramme, Campusführungen, Erstsemesterparty, usw. Die Hochschulen wissen um deine Situation und fahren deshalb das große Programm auf. So anstrengend es sein mag: Nimm alles mit, denn es ist das Beste, was dir passieren kann. So lernst du deine (neue) Heimatstadt aus Studisicht kennen, findest Orientierungshilfe auf dem Campus und erfährst, mit welchen Fragen du wo am schnellsten Antworten findest. Doch das Wichtigste: Hier knüpfst du bereits erste Kontakte und legst damit vielleicht den Stein für zukünftige Freundschaften und großartige Geschichten, die du noch deinen Kids erzählen wirst.

#2 DER STUNDENPLAN
Den Stundenplan selbst zusammenstellen?Hinweis: Nicht an allen Hochschulen stehst du vor dieser Herausforderung. Gerade Fachhochschulen geben ihren Studierenden meist bereits Stundenpläne an die Hand. Wenn du zu den Glücklichen gehörst, skippe dich zum nächsten Punkt. Fluch und Segen zugleich. Gerade als Studienanfänger_in zweifelt man spätestens jetzt am eigenen Organisationsgeschick. Deshalb bieten dir die Hochschulen Unterstützung im Rahmen der Einführungstage, so better don’t sleep.

Anfänglicher Ehrgeiz mit einem Hauch an Übermut ist in den ersten Wochen völlig normal und auch ehrenwert. Doch mit einem Blick in die Zukunft solltest du deinen Tatendrang vielleicht noch einmal hinterfragen. Denn oftmals stellt sich im Semesterverlauf heraus, dass die Mathematik-Vorlesung montags um 8 Uhr vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl war und das hochmotivierte Vollpacken des Stundenplans, spätestens in der ersten Prüfungsphase seinen Tribut zollen wird. Unser Tipp: Bleib cool und übernimm dich nicht. Belege alle im Studienverlaufsplan empfohlenen Lehrveranstaltungen und nutze freie Zeit, um in deiner neuen Stadt anzukommen. Vielleicht kannst du dir sogar einen Tag „freischaufeln“ und ihn für ein Engagement in einer der zahlreichen studentischen Initiativen nutzen. Oder du nimmst den Freitag wörtlich und startest bereits am Donnerstag in das Studi-WE. Du wirst sehen, kein allzu abwegiger Plan.

#3 VORLESUNG, SEMINAR, TUTORIUM, PRAKTIKA
Lehrveranstaltungen bilden das Herzstück deines Studiums. Hier lauschst du Professor_innen, Dozierenden und Mitstudierenden, erprobst dich selbst oder wirst aktiv eingebunden. Damit du dich in diesem neuen Terrain sicher bewegst, haben wir an dieser Stelle drei Hinweise für dich:

Frag nicht, ob du auf die Toilette gehen darfst.
Es sei denn, du stehst auf verspottende Blicke und einem symbolischen Leuchtreklameschild auf der Stirn, das rot blinkend „ERSTI“ schreit.

Halte die Augen nach Mitstudierenden offen.
Früher oder später wird sich ein gutes Netzwerk an Kommilitonen für dich auszahlen. Sei es für den Austausch von Mitschriften oder dem Finden geeigneter Referatspartner_innen und Lerngruppen. Deshalb suche dir möglichst verschiedene Sitznachbarn und entwickle ein Gefühl dafür, wer sich als Lernkompliz_in eignen wird – so macht die Arbeit auch gleich mehr Spaß. Denn nach der Klausur ist vor der Party.

Kauf nicht jedes Buch, das dir empfohlen wird.
Klar, es kann nicht schaden in die Veröffentlichungen der Professorin des favorisierten Faches zu investieren. Eine Anschaffung solltest du dir dennoch immer gut überlegen – meist schaut man am Ende doch nicht rein, weil oftmals die Zeit fehlt. Als gute Praxis hingegen empfiehlt sich eine (Fern-)leihe über die Bibliothek. Kaufen kannst du es später immer noch. Zum Beispiel auf einer der Bücherbörsen von älteren Studis, die gängige Exemplare meist günstiger anbieten.

#4 DIE MENSA
Die Mensa gilt als Sammelbecken für jedwede Art an Hochschullebewesen – fast ein eigener Kosmos. Hier speisen Studierende, Hochschulangehörige und Profs Schulter an Schulter. Für kleine Sozialstudien also eine wahre Fundgrube. Aber auch für soziale Interaktionen ganz wunderbar: Denn was verbrüdert schon mehr als das Finden gemeinsamer kulinarischer Vorlieben oder der vereinende Ekel gegenüber Rosenkohl, schlabbrigen Nudeln oder Pudding MIT Haut?! Eines sei dir allerdings ans Erstiherz gelegt: 12 Uhr ist die wohl schlechteste Uhrzeit, um die Mensa aufzusuchen, denn dann ist hier die Hölle los. Glaubst du nicht, dann schau mal vorbei.

#5 DIE BIBLIOTHEK
Die einen leben dort, die anderen sehen sie während ihres ganzen Studiums nur aus der Ferne, die Bibliothek. Liebevoll Bib genannt, ist sie Quelle allen Studiwissens. Neben altehrwürdigen Schriften, finden sich hier auch ganze Sätze an Lehrbüchern, aktuelle Fachzeitschriften und Journals und viele kleine Schätze mehr. Unser Tipp: Besuche eine Bibliotheksführung, um dich mit der Aufstellung (footonote: Kleiner Besserwisserkommentar am Rande: Im Fachjargon spricht man von Katalogisierung.) vertraut zu machen und lass dich vom arbeitseifrigen Flair, der durch die Büchergänge weht, anstecken.