ENTWARNUNG: Prokrastination ist nicht deine Schuld!

Zumindest nicht nur. Laut einem Forscherteam der Uni Halle liegt das Problem sowohl bei dir als auch bei unklaren Aufgabenstellungen und Erwartungen.

Eigentlich müsste ich gerade über meiner Bachelorarbeit sitzen. Stattdessen habe ich Wäsche gewaschen, die Küche geputzt und meine Pflanzen umgetopft. Nun sitze ich in meiner blitzblanken Wohnung zwischen schön hergerichteten Grünpflanzen und mitten darin die gähnende Leere des Bildschirms vor mir.
Eine perfekt aufgeräumte Wohnung ist bei mir symptomatisch für stressige Unizeiten. Denn am liebsten lenke ich mich vom Arbeiten damit ab, andere Dinge zu tun, die mir trotzdem das Gefühl geben produktiv zu sein. Wie zum Beispiel putzen. An meinem früher oder später eintretenden schlechten Gewissen und dem ewigen Ärger über mich selbst und meine Undiszipliniertheit ändert das leider wenig.

WAS ICH HEUTE KANN BESORGEN, DASS…

… verschiebe ich getrost auf morgen. So oder so ähnlich könnte mein Lebensmotto lauten. Ich persönlich empfinde mich als eine Prokrastiniererin der Spitzenklasse. Dabei haben Psychologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in einer Studie herausgefunden, dass Prokrastination nicht einfach eine Charakterschwäche ist, sondern durchaus auch von äußeren Faktoren begünstigt wird. Dazu zählen laut den Wissenschaftler_innen unklare Aufgabenstellungen und Erwartungen.

Haben Studierende keine richtige Vorstellung davon wie und mit welchen Mitteln sie eine bestimmte Aufgabe erledigen sollen oder was von ihnen erwartet wird, zeigt sich das in mangelndem Engagement und letztlich: Prokrastination. Hilfreich für das Engagement soll es demnach sein, wenn die Aufgabenstellung im Vorfeld so konkret wie möglich verfasst wird. Zudem kann ein gutes Betreuungsverhältnis und die Möglichkeit Zwischenstände in regelmäßigen Abständen zu präsentieren und zu besprechen dazu führen, dass Fristen eher eingehalten werden.

Leider heißt das nicht, dass ich mich jetzt entspannt zurücklehnen und alle Verantwortung auf meine Dozent_innen abschieben kann. Denn letztlich geht es bei meiner Bachelorarbeit genau darum, mir ein Thema selbst zu erschließen und zu bearbeiten.

Das kann mir kein Dozent abnehmen.

DAS KLEINE ÄFFCHEN IN DEINEM KOPF

Warum wir immer wieder der Youtube-Spirale oder den Weiten Wikipedias zum Opfer fallen und was ein kleiner Affe damit zu tun hat? Die paar Minuten hast du jetzt auch noch…