Die Burger-Bachelor

Das du mit einem Studienabschluss im Projektmanagement und Maschinenbau nicht immer in der Entwicklung oder im Agenturleben glücklich wirst, beweist die Story von Hannes Döring und Axel Märker. Statt CAD und Management heißt es für die beiden seit März 2016, ran an die Patties. Warum es sich lohnt über den Tellerrand zu blicken, erzählen die beiden Absolventen der Hochschule Merseburg und Inhaber des " Mad Monkeys Burgers".

Mit Fastfood hat das kleine Bistro im Herzen von Halle – am Harz 1 und im Einzugsgebiet zahlreicher hungriger Studenten und Familien – jedoch nichts zu tun. Im lässigen Ambiente des kleinen Lokals, dessen Wände eigene Plakatdrucke schmücken und der Monkey nicht nur die Inneneinrichtung bestimmt, sondern auch den Burgern ihren Namen gibt, sollen sich Kunden wohlfühlen. Und vor allem gut essen. Frische und Qualität setzen sich durch, glauben die Jungunternehmer, beide Anfang Dreißig. „Wir machen alles selbst. Alle Zutaten werden frisch von uns eingekauft und weiterverarbeitet“, sagt Hannes. „Das Fleisch holen wir am Stück, entsehnen es und jagen es eigenhändig durch den Fleischwolf. Von den French Fries über Süßkartoffeln bis hin zu den Suppen und Salaten ist alles hausgemacht, sogar Ketchup und Mayo. Nur die Brötchen backen wir nicht selbst, die kommen von unserem Bäcker“, ergänzt Axel.

AN IDEEN MANGELT ES DEN GRÜNDERN NICHT.

Bereits vor der Eröffnung von „Mad Monkey Burgers“ haben sie Projekte gestartet und waren selbstständig. Beide haben nach der Ausbildung ein Studium absolviert. Hannes entschied sich für Projektmanagement an der Hochschule Merseburg, immer mit dem Gedanken sich später selbst zu verwirklichen und etwas Eigenes aufzuziehen. Axel studierte im Studiengang Maschinenbau/Mechatronik und hat den Abschluss als Ingenieur in der Tasche. Im eigenen Unternehmen können sie nun vor allem die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse aus dem Studium einbringen. In einem Businessplan haben die beiden Gründer ihr Geschäftskonzept vor dem Start gründlich durchdacht und mit Kalkulationen und Meilensteinen unterlegt. Hilfestellung erhielten sie dabei vom HoMe Gründerservice der Hochschule Merseburg. „Der Businessplan ist wichtig, um alles einmal schwarz auf weiß aufzuschreiben“, meint Hannes. Die beiden Unternehmer tragen nun neben ihrem eigenen unternehmerischen Risiko zudem Verantwortung für drei Angestellte im Servicebereich und in der Küche. Dabei sind sich die Chefs selbst nicht zu schade mit anzupacken, egal ob in der Küche oder an der Theke, um Bestellungen aufzunehmen.

NACH DER ARBEIT FOLGT NOCH MEHR AREBIT.

Unterlagen wollen abgeheftet, Belege sortiert und neue Bestellungen müssen aufgegeben werden. „Das alles gehört dazu und muss gemacht werden. Wir machen es gerne und haben unsere Entscheidung noch keinen Tag bereut“, machen beide überzeugend klar. Und dennoch stehen sie selbst gerade am Anfang und lernen jeden Tag dazu. Unterstützung aus dem Freundeskreis, von der Familie und ein gutes Netzwerk sind deshalb wichtig, sagen sie und sind sich, wie in vielen anderen Fragen einig. Ein eingespieltes Team, in dem die Meinung des anderen respektiert wird, auch wenn es mal unterschiedliche Ansichten gibt.

VIELE HELFER HABEN MIT ANGEPACKT

Ein befreundeter Designer entwarf kurzerhand das Logo und ein Konzept für die Inneneinrichtung des Lokals. Mit handwerklichem Geschick und Unterstützung aus dem familieneigenen Bauunternehmen wurde es umgesetzt. Auf finanzielle Unterstützung von außen konnten die Bistrobesitzer bislang verzichten, haben selbst investiert und hoffen nun, dass viele zufriedene Kunden das Geschäft weiter ankurbeln. Das Thema Kundenzufriedenheit nehmen die Betreiber ernst und erkundigen sich oft persönlich bei Besuchern, ob es geschmeckt hat. Burger gibt es bei Mad Monkey ab 7 Euro, neben den Klassikern mit Cheese und Bacon, werden auch eine vegetarische Variante mit mariniertem Tofu und Wakame (Seealge) sowie ein saisonal wechselnder Burger angeboten. Wie der Gorgonzilla-Burger beispielsweise, der mit Birnen-Chutney, Walnüssen und Rucola, sowie natürlich einer Gorgonzola-Creme punktet.

Zum „Mad Monkey Burgers“

Erschienen im HOME Magazin Nr. 16, Das Magazin der Hochschule Merseburg

Titelbild © Maria Zwißler