Festivals? Machen wir selbst!

Juni 2017 - Premierenzeit für das erste Campusfest in Halle. Das Besondere: das Festival wird zum Großteil durch das Engagement von Studierenden ermöglicht. Getreu unseres Mottos „Mach doch, was du willst“ sind wir schwer davon begeistert und haben für dich nochmal näher nachgefragt.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee ein eigenes Festival auszurichten? Was braucht man neben Mut und Ehrgeiz dafür und was nimmt man aus einem solchen Mammutprojekt alles mit? Antworten darauf weiß Martin Lohmann. Martin studiert Medien- und Kommunikationswissenschaft mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften an der Uni Halle und engagiert sich neben seinem Studium im StudierendenratDer Studierendenrat, kurz Stura, vertritt die Interessen der Studierenden einer Hochschule gegenüber den anderen Hochschulgremien, der Universitätsverwaltung und der Öffentlichkeit. der Universität. Dort hat er seit zwei Jahren eine wichtige Aufgabe: Er ist Öffentlichkeitsreferent des Stura und Mitorganisator des ersten Campusfest in Halle.

Nur noch zwei Tage sind es bis zum Festivalauftakt, doch Martin bleibt gelassen „Wenn wir nach zwei tollen Festival-Tagen sagen können: das haben wir durch unsere gemeinsame Arbeit geschafft, wird das einer der schönsten Momente im Projekt für mich sein.“

VORHANG AUF FÜR DAS CAMPUSFEST
Doch spulen wir kurz nochmal zurück. Auf die Frage, was denn die Idee hinter dem Festival ist, sagt Martin: „Was uns treibt, ist der Wunsch die Studierenden ihren Campus mal aus neuen Perspektiven sehen zu lassen, um ihn frei von Vorlesungen und Unistress erleben zu können. Ein reines Musikfestival war uns dafür nicht genug, wir wollten gerne mehr, kulturelle Angebote und Workshops mit Livemusik im besonderen Flair kombinieren – ein richtiges Kulturfestival“
Dafür brauchte es jedoch Unterstützung, denn allein ist ein Vorhaben dieser Größenordnung schwer zu stemmen. Und Unterstützung folgte prompt: denn eine ganz ähnliche Idee hatten zu diesem Zeitpunkt auch Claudia Wagner vom Stadtmarketing Halle und Veranstaltungsmanager Robert LucaSind die Gründer der campuskultur halle GmbH und damit Veranstalter des Campusfest., die ihr Vorhaben den Verantwortlichen der Universität Halle vorstellten. Daran erinnert sich Martin noch genau: „Die Universität hat uns als Studierendenvertretung dann in die Gespräche einbezogen und nach vielen Meetings, Abstimmungsprozessen und Verhandlungen, kam die erlösende Zusage von Seiten der Uni. Und da war es, das GO für das erste Campusfestival in Halle. Eine echter Meilenstein für uns!“

AUF LOS, GEHT'S LOS...

Für die zwei Veranstalter, die Verantwortlichen des Studierendenrates, sowie zahlreiche engagierte Studierende standen ab diesem Zeitpunkt alle Zeichen auf Campusfest. Wo sollte das Festival stattfinden? Wie wird das Ganze finanziert? Welche Bands sollen spielen und wie kann der Traum vom Kulturfestival verwirklicht werden? - waren nur einige der Fragen, die die Organisator*innen auf ihrem Weg zum eigenen Festival beschäftigten.
Um Antworten und Lösungen zu finden, arbeiteten die Veranstalter und Studierenden monatelang eng zusammen: „Der Stura hat vor allem die kulturellen Aspekte im Blick behalten, um eine vielfältige Ausrichtung des Campusfest auf die Beine zu stellen. Wir wollten eben nicht „nur“ ein Musikfestival zu sein, sondern Raum für die kulturelle Vielfalt und die zahlreichen studentischen Engagements schaffen. Die Arbeit hat sich aber gelohnt, denn nun findet man zum Beispiel den veganen Kaffeeklatsch, kann verschiedene Workshops belegen oder sich gemeinsam mit dem Arbeitskreis Refugees Welcome über Geschichten und persönliche Erlebnisse zum Thema Heimat und Flucht auseinandersetzen. Mein ganz persönliches Highlight ist die Vorführung des Dokumentar-Films „Raving Iran“, nachdem die Protagonisten des Films, Arash und Anoosh aka DJs Blade& Beard, auch noch live auflegen werden. Das wird richtig gut!“

Wie vielfältig und komplex die Aufgaben der Verantwortlichen sind, zeigt ein weiteres Beispiel: „Es gibt einfach Verantwortungs- und Aufgabenbereiche, die wir nicht selbst stemmen können - wie Security, die selbstverständlich extern engagiert wurde. Auf Vorschlag einer Studentin in einem unserer wöchentlichen Treffen, haben wir ergänzend ein eigenes Awareness-Konzept entwickelt, dass auf unsere Werte und Vorstellungen zum gemeinsamen Miteinander aufbaut.“ Dieses Konzept dient nun als Vorstufe zum Security Einsatz.

© Elena Karras

DIE CHANCE SICH SELBST ZU VERWIRKLICHEN

Sich neben dem Studium für ein Projekt dieser Tragweite zu engagieren, braucht nicht nur Ehrgeiz, Eigeninitiative und Fleiß, sondern kann auch ziemlich nervenaufreibend sein. Martin findet dennoch, dass sich ein Engagement neben dem Studium definitiv lohnt. „ Ich habe wirklich unglaublich viel gelernt. Vor allem im Bereich Projektmanagement, aber z.B. auch zu delegieren. Denn irgendwann merkst du einfach, dass du nicht alles allein schaffen kannst. Auch meine Kreativität wurde enorm herausgefordert. Nicht zuletzt entwickelt man natürlich auch seine diplomatischen Fähigkeiten in den ganzen Abstimmungsprozessen mit Beteiligten, Gruppen und Verhandlungspartnern enorm weiter.“

Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen, denn neben dem musikalisch gut gemixtem Line-Up, ermöglicht das Campusfest in Halle mit den kulturellen Angeboten über den Tellerrand zu blicken und sich selbst auszuprobieren.

„Mein Engagement für den Studierendenrat gibt mir Raum mich selbst zu verwirklichen und persönlich weiterzuentwickeln.“

© Elena Karras

Hat der Einblick in die Arbeit von Martin dein Interesse geweckt? Dann schau doch mal, welche Aufgaben die Studierendenvertretung der Martin-Luther-Universität noch so alles wahrnimmt. Vielleicht findest auch du, genau dort den richtigen Ort, um dich und deine Persönlichkeit einzubringen.

FREIRAUM
Willst du wissen, wie du deine eigenen Interessen während des Studiums umsetzen kannst? Willst du das tun, wofür du brennst und was dir wichtig ist? Die Hochschulen in Sachsen-Anhalt geben dir Freiräume, dich zu verwirklichen. Wie das konkret aussieht, zeigen wir dir in unserer Serie #wasdichwirklichweiterbringt.